Romy Siemens

Seit wann praktizierst Du Yoga und wie bist Du zum Yoga gekommen?
Meine erste Yogastunde hatte ich 2006 in einem Mainzer Fitnessstudio. Ich hatte gerade mein Studium abgeschlossen und angefangen zu arbeiten. Zuvor hatte ich 10 Jahre lang Karate trainiert und war bis dahin wirklich fit und flexibel. Nun fand ich mich auf einmal täglich 10 Stunden im Büro wieder und saß dann zusätzlich noch 2 Stunden als Pendlerin im Auto. Und ziemlich schnell war ich durch dieses lange Sitzen total eingerostet. Das war ein absolut neues Gefühl für mich und war wirklich nicht schön. Also habe ich mich im Fitnessstudio in meinem Nachbarhaus angemeldet und dort habe ich während meines Gerätetrainings dann immer glückliche Gesichter aus dem Yogaraum kommen sehen. Dann hat es aber noch ein paar Monate gedauert, bis ich mich endlich auch mal dorthin zu den „Esos“ getraut habe.

Wie war Deine erste Yogastunde?
Als Karateka dachte ich sehr übermütig, dass ich mir den Anfängerkurs sparen könnte. 🙂 Es war ja „nur“ Yoga und das habe ich damals nur mit viiiieeel Atmen und noch mehr Dehnen verbunden und weniger mit Bewegung. Also habe ich doch gleich mal mit einem Power Yoga Mittelstufenkurs angefangen und dachte während wir in meinem allerersten Sonnengruß das Brett halten mussten, dass das mein erster und letzter Yogakurs sein würde. Aber das Gefühl nach der Stunde hat mich dann eine Woche später doch wieder ins Studio gelockt.

Romy Siemens

Was hat Dich motiviert, Yogalehrer zu werden?
Ursprünglich wollte ich überhaupt nicht unterrichten. Ich habe meine erste Yogalehrer-Ausbildung wirklich nur für mich gemacht. Ich war damals ein absoluter Kopfmensch und konnte einfach nicht begreifen, weshalb es mir nach diesen 90 Minuten „Sport“ im Studio immer so gut ging. Aber noch am Tag meiner Abschlussprüfung habe ich das Angebot für meine ersten regelmäßigen Klassen bekommen. Und in der Woche darauf hatte ich 3 feste Kurse und habe mich direkt für die nächste Yogalehrer-Ausbildung angemeldet, da ich gemerkt habe, dass dieses eine Jahr Ausbildung viele zu wenig ist und ich noch so viel lernen kann.

Was machst Du, wenn Du gerade nicht Yoga unterrichtest?
Wenn ich gerade mal nicht unterrichte oder selbst auf der Matte bin, drehe ich entweder auf dem Tempelhofer Feld meine Laufrunden oder bin in meinem Garten. Dort habe ich einen wundervollen Ort im Grünen, in dem ich nicht nur entspannen und Kraft tanken kann, sondern  auch noch Obst und Gemüse anbaue. Es ist ein wunderbares Gefühl, mit meinen Händen in der Erde zu wühlen, um unser Essen selbst anzubauen und wachsen zu sehen. Im Anschluss verarbeite ich es dann in meiner Yogi-Küche zu leckeren veganen Gerichten.

Wer hat Dich am meisten auf Deinem Yogaweg inspiriert?
Meine Inspirationsquelle sind authentische Menschen, die ihre Berufung finden und dann auch noch so mutig sind, ihrem Herzen zu folgen.  So wurde ich damals sehr von unserer heutigen Philosophie-Lehrerin Nadine Stalpes inspiriert. Als ich sie kennenlernte, stieg sie gerade aus dem für uns alle scheinbar vorgesehenen System aus. Sie war noch so jung und schon so mutig und bis dahin die erste in meinem Leben, die sich aus dem System herausgetraut hat. Damals hätte ich mir nie vorstellen können, dass ich ein paar Jahre später den Mut aufbringen würde, einen ähnlichen Weg zu gehen.

Wie hat Yoga Dein Leben verändert?
Yoga hat eigentlich alles auf den Kopf gestellt. Man sagt ja, wer das umgekehrte Dreieck beherrscht, ist in der Lage, sein ganzes Leben auf den Kopf zu stellen. Und so war es dann auch. Ich habe jetzt den Mut mehr auf mein Herz als auf meinen Kopf zu hören.

Wie integrierst Du Yoga in Deinen Alltag?
Yoga gehört für mich nicht nur auf die Yogamatte, sondern ist eine Lebenseinstellung. Das beginnt bei der täglichen Asanapraxis und fließt in mein ganzes Handeln ein. Ich möchte als Yogi möglichst Glück und Freude in die Welt tragen und keinen anderen Lebewesen schaden. Da gehört mein veganes Essen genauso dazu wie Orte zu schaffen, an denen Menschen sich mit Gleichgesinnten treffen und ihr eigenes Potenzial entdecken können.

Romy Siemens

Was können Deine Schüler von Deinem Unterricht erwarten?
Ich möchte meinen Schülern in meinen Klassen eine Pause vom Alltag geben. Sie sollen raus aus dem Alltagsstress und aus dem Wettbewerb, den wir uns im normalen Alltag immer ausgesetzt sehen. Sie sollen wieder lernen, ihrem Körper zu vertrauen und auf ihr Herz zu hören, anstatt auf die Meinung anderer.

Wo unterrichtest Du?
Ich unterrichte an verschiedenen Orten. Regelmäßige wöchentliche Kurse gibt es in Berlin und im brandenburgischen Erkner, während der Ausbildung unterrichte ich aber auch in Hamburg, Halle und Leipzig.

Warum bildest Du neue Yogalehrer aus?
Yoga als Schüler ist toll. Aber um Yoga wirklich in das eigene Leben zu integrieren und mehr zu verstehen, muss man es selbst unterrichten. Und hier möchte ich mehr Menschen den Zugang zum Yoga eröffnen, insbesondere den Kopfmenschen, die zu selten auf ihr Herz hören.


Romy ist Lead Trainer der gesamten Ausbildung. Sie unterrichtet in der 200 Stunden Ausbildung die Module Technik Training I und II, Hands on I und II, Sequenzierung I und II, Meditation und Pranayama, in der +300 Stunden Ausbildung die Module Personal Yoga Coach, Sequenzierung III, Yogische Ernährung und Hands on III. Außerdem leitet sie den Yoga Nidra Online Kurs. mehr über Romy…

Romy ist Yogalehrerin in Vinyasa Flow Yoga E-RYT 500 (AYA), Yoga Alliance Continuing Education Provider (YACEP), Personal Trainer und Ernährungscoach. Sie unterrichtet Präventionskurse, Vinyasa Flow Yoga, Yin Yoga und Yoga Nidra.

www.romyoga.de
www.yogi-küche.de