Nadine Stalpes

Seit wann praktizierst Du Yoga und wie bist Du zum Yoga gekommen?
Während meines Abiturs 2006 hatte ich eine richtige Sinnkrise – im Nachhinein war das das erste Mal, dass meine Seele und meine innere Stimme sich spürbar meldeten.
Ich fragte mich damals ganz stark nach dem Sinn des Lebens, nach dem ‚Mehr‘ in meinem Leben. Ich spürte, dass ich mehr vom Leben wollte als nur einem Lebensplan mit gutem Schulabschluss, Studium, Job und Haus zu folgen.
Dennoch war ich noch nicht so weit konkretere Schritte auf meinem Herzensweg einzuleiten und ging erstmal zur Polizei um dort eine Ausbildung zur Polizeikommissarin zu machen.
Parallel zu dieser Ausbildung verschlang ich in meiner Freizeit alles was ich zum Thema Meditation, Spiritualität und Yoga finden konnte.
Innerhalb der Ausbildung der Polizei waren wir gleichzeitig ziemlich sportlich aktiv und ich habe Sport und Bewegung insgesamt sehr geliebt.
Irgendwann hatte ich das starke Bedürfnis alles was ich zum Thema Spiritualität las mit den körperlichen Aspekten, mit Sport und Bewegung zusammen zu bringen.
Dabei dachte ich an Yoga – und fing es an auszuprobieren.
Meine ersten Yogaübungen aus dem Buch ‚Yoga für Läufer‘ probierte ich ab 2007 aus – in meinem Zimmer meiner WG auf dem Ausbildungsgelände der Polizei Rheinland-Pfalz. 🙂

Nadine Stalpes

Wie war Deine erste Yogastunde?
Sehr laaangsam – es war Vini Yoga, das von einer sehr erfahrenen und älteren Yogalehrerin angeleitet wurde.
Damals war es mir tatsächlich zu langsam – ich war noch nicht so weit. 😉
Erst Jahre später habe ich die Qualität und Tiefe dieser ersten Yogaklassen mit Vini Yoga verstanden und zu schätzen gelernt. 

Was hat Dich motiviert, Yogalehrerin zu werden?
In meine erste Yogalehrer*innen Ausbildung bin ich tatsächlich irgendwie reingerutscht!
Anfang 2010 entschied ich mich meinen Job bei der Bereitschaftspolizei zu kündigen – wirklich nur ein paar Tage später kam die Inhaberin eines Wiesbadener Yogastudios, in dem ich regelmäßig zum Yoga ging, auf mich zu und fragte mich ob ich dort im Servicebereich arbeiten wolle.
Ich sagte ganz begeistert zu und ein paar Wochen später fragte sie mich, ob ich nicht bei der demnächst startenden Yogalehrer*innen Ausbildung teilnehmen wolle.
Zunächst zögerte, da ich mich noch nicht bereit dafür und auch irgendwie zu jung fühlte. Aber insgesamt fühlte es sich nach einer riesigen Chance an und ich entschloss mich es einfach auszuprobieren. Da ich einen Teil der Ausbildung abarbeiten konnte, passte es einfach auch finanziell super – vielleicht sollte alles so sein!
Während der Ausbildung lernte ich dann auch Romy kennen, die ihre Ausbildung dort kurz vor mir absolviert hatte. 

Was machst Du, wenn Du nicht gerade Yoga unterrichtest?
Momentan verbringe ich vor allem Zeit mit meiner zweijährigen Tochter.
Ansonsten steht im Mittelpunkt meines Lebens tatsächlich vor allem meinem Herzensweg zu folgen – neben Yoga gehören dazu verschiedene Räume und Methoden von Persönlichkeitsentwicklung/innerem Wandel, Bewegung, Tanz und das Studium von Bewegungsprinzipien.
Auch der gesellschaftliche Wandel und Aktivismus liegen mir sehr am Herzen.
Am schönsten wird es, wenn ich –  oft gemeinsam mit anderen Menschen – Räume gestalten kann, in denen sich all diese Dinge verbinden lassen.

Wer hat Dich am meisten auf Deinem Yogaweg inspiriert?
Biff Mithoefer, Mark Whitwell und Maurizio Restaldo – bisher. 

Wie hat Yoga Dein Leben verändert?
Definitiv radikal, auf allen Ebenen und bis auf die tiefste Ebene.
Die wirklich großen Veränderungen und Heilungsprozesse entwickelten sich aber tatsächlich weniger durch den Yogaunterricht in irgendwelchen schicken Yogastudios, sondern vielmehr durch die heilsame und liebevolle Perspektive auf das Leben und mich selbst, die ich in meiner Yin Yogalehrer*innen Ausbildung bei Biff Mithoefer und in der Begegnung mit Mark Whitwell entdecken durfte.

Wie integrierst Du Yoga in Deinen Alltag?
Ich habe seit einigen Jahren eine tägliche Praxis – mindestens 7 Minuten am Tag – inzwischen aber auch oft 20, 30 oder 60 Minuten.
Diese tägliche Praxis von bewussten, achtsamen, manchmal sanften, manchmal kraftvollen Übungen hat dem Yoga in meinem Leben nochmal eine neue Dimension gegeben.
Eine tägliche Praxis zu etablieren ist vielleicht eines der größten Geschenke, die jeder(r) von uns sich selbst geben kann.
Diese Praxis darf genussvoll und nährend sein und darf uns gut tun – ich denke, erst dann wird sie wirklich zu Yoga. 

Was können Deine Schüler von Deinem Unterricht erwarten?
Tiefe und Achtsamkeit, ein Ankommen in der Tiefe des Körpers, eine tiefe Verbindung mit dem Atem. Ich nenne es gerne “Von der Liebe in die Kraft”. Wenn wir beginnen unseren Körper und unseren Atem und vor allem uns selbst anzunehmen, zu lieben und auch zu genießen, kommen wir bei uns selbst an – und damit zu unserem inneren Wesen, unserem Potenzial, unseren Möglichkeiten und zu unserer inneren Kraft.
Von hier aus ist alles möglich!
Meiner Erfahrung nach braucht es dafür einen tiefen, inneren Perspektivwechsel – weg von Bewertungen, Ablehnung und auch einem Zuviel an ‚Pushen‘ uns selbst oder unserem Körper gegenüber –  stattdessen hinein in diesen Moment, hinein in Selbstliebe und Selbstannahme.
Dies können Yoga und eine genuss- und liebevolle Praxis uns schenken – diese Tür versuche ich in meinem Unterricht aufzustoßen.

Nadine Stalpes

Wo unterrichtest Du?
Ich habe sieben Jahre lang in verschiedenen Yogastudios und in eigenen Yogakursen in Mainz, Wiesbaden und Frankfurt unterrichtet.
Seit 2017 lebe ich mit meiner Tochter wieder in Bitburg in der Südeifel und unterrichte hier verschiedene Yogakurse, Yoga im Rahmen von betrieblichen Gesundheitsmanagement in verschiedenen Firmen und natürlich in Workshops, Seminaren, etc. 

Warum bildest Du neue Yogalehrer aus?
An dieser Stelle möchte ich ein Zitat von Arundhati Roy sprechen lassen, dass mich seit mehreren Jahren begleitet:

“Eine andere Welt ist nicht nur möglich, sie ist schon im Entstehen. An einem stillen Tag kann ich sie atmen hören.”

Ich glaube fest daran, dass wir in einer Zeit des Wandels leben – wir alle haben es in der Hand eine neue Erde mitzugestalten.
Im Rahmen von Yogalehrer*innen Ausbildungen kann ich Menschen dazu ermutigen ihrem Herzen zu folgen, Räume kreieren, in denen sich Selbst- und Körperliebe entwickeln können, in denen die tiefe und achtsame Verbindung mit dem Atem und Körper und unserem innersten Wesen im Mittelpunkt steht und so meinen Teil zu einem nachhaltigen und tiefgreifenden Wandel beitragen.


Nadine unterrichtet in unserer 200 Stunden Ausbildung das Modul Philosophie I und in der +300 Stunden Ausbildung die Module Philosophie II und III.

Nadine ist ausgebildete “Heart of Yoga” Lehrerin nach Mark Whitwell, Certfied Jivamukti Yoga Teacher, Vinyasa Power Yoga Lehrerin, absolvierte ihre Yin Yoga Ausbildung bei Biff Mithoefer und ist außerdem Personal Trainer und Omega Healing Coach nach Dr. Roy Martina.

www.nadine-stalpes.de